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SPORT

Foto: Viele Dänen segeln in ihrer Freizeit, und international gesehen hat Dänemark im Segeln weitaus mehr Medaillen gewonnen als in irgendeiner anderen Sportart. Hier einFoto von der Regatta Sjælland Rundt, die mit Start und Ziel in Helsingør 185-350 Seemeilen rund um die Insel Seeland führt. Im Hintergrund Schloss Kronborg.

Viele Dänen segeln in ihrer Freizeit, und international gesehen hat Dänemark im Segeln weitaus mehr Medaillen gewonnen als in irgendeiner anderen Sportart. Hier einFoto von der Regatta Sjælland Rundt, die mit Start und Ziel in Helsingør 185-350 Seemeilen rund um die Insel Seeland führt. Im Hintergrund Schloss Kronborg. Foto: Scanpix Nordfoto/Sine Fiig.

Die Dänen sind sportbegeisterte Menschen – sowohl als Aktive, als Zuschauer wie auch vor dem Fernsehschirm. Etwa zwei Millionen sind als aktive Sportler in Vereinen organisiert. Nahezu zwei Drittel aller Kinder und Jugendlichen engagieren sich in ihrer Freizeit für Sport in organisierter Form. Die Jungen haben eine typische Vorliebe für Fußball, Handball und Badminton, während die Mädchen eher Gymnastik, Reiten, Handball und Schwimmen vorziehen. Die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung in Dänemark treibt Sport und hält sich körperlich fit – die meisten in einem Sportverein.

Sport für alle

Es ist ein erklärtes politisches Ziel, dass der Sport in Dänemark für alle da ist, und charakteristisch dabei ist, dass man sich in gleichem Maße um den Spitzen- wie auch den Breitensport bemüht. Auch wenn die Spitzensportler nur einen sehr kleinen Teil der aktiven Sportler ausmachen, so stehen sie doch zunehmend im Blickpunkt des Interesses der Medien. Der dänische Sport zeichnet sich indes gerade durch seine Breite und durch die Tatsache aus, dass er in der Stadt und auf dem Lande fest verwurzelt ist; selbst in dem kleinsten Dorf gibt es mindestens einen Fußballplatz und einen Gymnastiksaal oder eine Sporthalle.

Ungeachtet dessen, dass der Staat den Sport mit jährlich rund 635 Mill. Kronen bezuschusst, in der Hauptsache durch die Vergabe der Überschüsse aus öffentlichen Lotterien und Spielen, den sogenannten Tipp- und Lottogeldern, sind die dänischen Sportverbände vom Staat unabhängig.

Während der Staat für einen gesetzlich verankerten, öffentlichen Zuschuss sorgt, gewährleisten die 271 Gemeinden, dass in möglichem Umfang auf lokaler Ebene Sportanlagen vorhanden sind: Ballspielplätze im Freien, Leichtathletikstadien, Schwimmsportanlagen, Hallensportanlagen usw.

Der Sport fällt unter das Ressort des Kulturministeriums, das die staatlichen Mittel an den Spitzen- und den Breitensport verteilt. Das Ministerium verfügt außerdem über Mittel für ausgewählte Bereiche, so z.B. Seniorensport, Sport besonders für ethnische Minderheiten, Bekämpfung von Doping u.a.

Die wichtigsten Sportverbände

Der Sport in Dänemark ist in drei Hauptverbänden organisiert. Der größte ist der Dänische Sportbund, (Danmarks Idræts-Forbund, DIF), gefolgt vom Dänischen Turner- und Sportbund, (Danske Gymnastik- og Idrætsforeninger, DGI) und dem Dänischen Betriebssportverband, (Dansk Firmaidrætsforbund, DFIF). Der DIF wurde 1896 gegründet. 1993 wurde der Verband mit dem Nationalen Olympischen Komitee Dänemarks, (Dan-marks Olympiske Komité) zusammengelegt. Der DIF zählt 1,6 Mill. Mitglieder in 55 unterschiedlichen Sonderverbänden mit rund 11 000 Vereinen.

Fast genau so groß ist der DGI mit 1,3 Mill. Mitgliedern, die sich auf 24 regionale Kreisverbände mit etwa 5 000 Ortsvereinen verteilen. Danach kommt der etwas kleinere Landesverband DFIF mit 340 000 Mitgliedern in 8 000 Betriebssportvereinen. Die drei Hauptverbände sind in dem Dachverband Idrættens Fællesråd organisiert.

Mehrere Sportler sind in mehr als nur einem Verein Mitglied; man schätzt, dass etwa zwei Mill. Dänen in einem Verein aktiv Sport treiben, was etwa 40 % der dänischen Bevölkerung entspricht.

Breitensport

Laut den Satzungen des DIF soll der Verband auf die Förderung und Verbreitung des Sports in der dänischen Bevölkerung hinwirken. Im DIF versteht man den Sport nicht als soziale oder gesundheitsfördernde Maßnahme an sich, sondern als kulturelle Aktivität, bei der sich Menschen begegnen, die Lust und Freude daran haben, sich sportlich zu betätigen. Der Sport kann dazu beitragen, die Mitglieder der Gesellschaft enger zusammenzuschweißen. Zielsetzung des DIF ist darüber hinaus, in Zusammenarbeit mit einer anderen Organisation, Team Danmark, die Förderung des Leistungssports.

Spitzensportler können dazu beitragen, dass sich mehr Menschen für den aktiven Sport interessieren, und das Interesse des DIF gilt in besonderem Maße auch dem Breitensport. Ein besonderer Ausschuss für Breitensport soll gewährleisten, dass die Verbreitung des Sports ungeachtet der Unterschiede nach Alter, Bildung, Geschlecht und sozialem Status erfolgt.

Zielsetzung des DGI ist hauptsächlich, die freiwillige Vereinsarbeit zu stärken, um die Mündigkeit der Bevölkerung zu för-dern. Hier ist Sport also nicht wie beim DIF ein Selbstzweck.

Aber Sport für alle umfasst in Däne-mark auch diejenigen, die nicht Mitglied eines eigentlichen Sportvereins sind, sondern Sport ausschließlich vom Arbeitsplatz aus betreiben. Ihre Organisation ist der DFIF, dessen Zielsetzung lautet, „durch Arbeitsplatz, Familie und andere Gemeinschaften das Interesse an Sport, körperlicher Bewegung und Geselligkeit zu wecken".

... und Leistungsport

Der Leistungssport wird von den Fachverbänden im DIF in enger Zusammenarbeit mit Team Danmark wahrgenommen, das 1984 per Gesetz eingerichtet wurde. Hintergrund war der Wunsch, dänischen Sportlern in höherem Maße als bisher die Möglichkeit zu geben, zu gleichen Bedingungen mit Sportlern anderer Länder konkurrieren zu können, die zunehmend öffentlich gefördert wurden.

In dem vom dänischen Parlament, dem Folketing, verabschiedeten sogenannten Elitegesetz heißt es u.a., dass Team Danmark gemeinsame Maßnahmen für den Leistungssport in Dänemark initiieren, koordinieren und effektivieren sollte. Dabei wurde aber unterstrichen, dass dies nicht um jeden Preis geschehen sollte. So war und ist es für die Tätigkeit von Team Danmark auch charakteristisch, dass die Organisation auf eine sozial und gesellschaftlich verantwortliche Weise den aktiven Sportlern berufliche Qualifikationen und gleichzeitig eine sportliche Karriere auf internationalem Niveau ermöglichen muss.

Diese Idee hat sich als richtig erwiesen: Seit der Gründung von Team Danmark vor 18 Jahren hat sich die Zahl der Medaillen für dänische Sportler bei den größ-ten internationalen Wettkämpfen nahezu verdoppelt.

Allein 2002 gewannen dänische Sportler 9 WM-Titel in 4 verschiedenen Sportarten. Team Danmark hat rund 25 Zentren für Spitzensport und 80 Trainingsstätten an 30 verschiedenen Orten in Dä-nemark eingerichtet. Hinzu kommen Sonderprojekte und Talentförderung in etwa 30 Sportverbänden an rund 150 Orten.

Die Aktivitäten basieren auf einem Jahreshaushalt von rund 120 Mill. Kronen, von denen der DIF etwa 20 Mill. Kronen beisteuert.

Wind in den Segeln

Laut Statistik hat Dänemark bei Olympischen Spielen, Weltmeisterschaften und Europameisterschaften gut 655 Goldmedaillen geholt. Der bei weitem größte Teil davon wurde auf und im Wasser gewonnen: im Segeln, Rudern, Kanu/ Kajak und Schwimmen. Bei einem Land mit einer Küstenlinie von immerhin 7 000 km erscheint dies nicht ganz unnatürlich.

Die mit etwa 190 Goldmedaillen – was knapp einem Drittel sämtlicher dänischer Goldmedaillen bei Olympischen Spielen, Weltmeisterschaften und Europameisterschaften entspricht – erfolgreichste Sportart im Laufe von 100 Jahren ist das Segeln. Einer der bekanntesten und erfolgreichsten Sportler Dänemarks ist der Segler Paul Elvstrøm, der viermal hintereinander (1948-1960) olympisches Gold gewann und überall auf der Welt zum großen Vorbild für viele andere wurde.

Neben dem Segelsport haben im Laufe der Zeit dänische Radsportler die meisten Medaillen bei Olympischen Spielen gewonnen.

Rückblick

Aus historischer Perspektive wären einzelne bemerkenswerte und kuriose Leistungen dänischer Sportler bei Olympischen Spielen erwähnenswert. 1896 kamen die drei dänischen Teilnehmer auf einen ersten Platz (Gewichtheben), auf zwei zweite Plätze (Schießen und Gewichtheben) und drei dritte Plätze (Fech-ten, Schießen). Bei den Olympischen Spielen in Stockholm 1912 gewann Sofie Castenschiold die erste und bislang einzige Medaille (Silber) im Tennis für Dänemark.

Im Jahre 1920 gewann Dänemark die Goldmedaille im Mannschaftsturnen, allerdings nahmen nur zwei Mannschaften am Wettbewerb teil; die andere Mannschaft war Norwegen. Der Fechter Ivan Osiier war für die Olympischen Spiele erstmals 1908 und zum letzten Mal 1948


für die Olympiade in London nominiert. Da er jüdischer Abstammung war, nahm er an den Spielen 1936 in Berlin nicht teil. Als die an Polio erkrankte Reiterin Lis Hartel bei den Olympischen Spielen 1952 in Helsinki Silber gewann, standen erstmals ein Mann und eine Frau auf dem olympischen Siegertreppchen.

Zur Weltspitze

Zu den großen Leistungen des dänischen Sports in jüngster Zeit zählen die Erfolge der dänischen Fußball-Nationalmannschaft, die 1992 mit einem 2:0 Sieg gegen Deutschland Europameister wurde; der Radrennfahrer Bjarne Riis, Sieger der Tour de France 1996; die Handball-Nationalmannschaft der Damen, die bei den Olympischen Spielen 1996 und 2000 Gold gewannen und 1997 auch Weltmeister wurden; die Goldmedaille im Badminton bei den Olympischen Spielen 1996 für Poul Erik Høyer Larsen, der WM-Titel 1999 für Camilla Martin und der WM-Titel für Jonas Rasmussen und Lars Paaske 2003 im Herrendoppel; der Sieg im 800 m-Lauf bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 1999 für den aus Kenia stammenden Wilson Kipketer, der über die gleiche Distanz bereits 1995 und 1997 gesiegt hatte; die Ruder-Welt-meisterschaften 1999 im Leichtgewicht-Einer sowie im Leichtgewicht-Vierer – ein Boot, das auch bei den Olympischen Spielen 1996 Gold gewann, und das 2002 und 2003 wieder den WM-Titel holte, -hinzu kommt noch der WM-Titel 2003 im Leichtgewicht-Zweier; der WM-Titel 1999 im Mountainbike für Michael Rasmussen; die Weltmeisterschaft 1999 im Match Race-Segeln für Frauen und Männer, bei den letztgenannten mit Jesper Bank, der 1992 und 2000 olympisches Gold in der Soling-Klasse (Match Race) gewann; der WM-Titel 2000 in der Europa-Jolle für Kristine Roug, die mit dem gleichen Bootstyp bereits bei den Olympischen Spielen 1996 die Goldmedaille geholt hatte.

Nombre des adhérents des fédérations DIF et DGI en 2001*

  DIF DGI Zusammen
Fußball 286 646 241 070 527 716
Turnen 146 958 288 913 435 871
Badminton 122 934 186 112 309 046
Schwimmen 121 828 153 507 275 335
Handball 132 720 130 925 263 645
Tennis 73 106 60 250 133 356
Golf 97 980 0 97 980
Reiten 72 792 0 72 792
Segeln 54 965 0 54 965
Sonstige 517 648 252 937 770 585
 
Gesamt 1 627 577 1 313 714 2 941 291

* Da einige Vereine Mitglied in beiden Organisationen sind, sind die Mitgliedschaften zum Teil doppelt registriert.
Quelle: DIF/DGI.

Darüber hinaus weitere andere WM-Titel für dänische Segler in den Jahren 1999 und 2000, sowie die WM-Titel 1999 im Gewichtheben, im Triathlon 1999, 2000 und 2001, als Dänemark vier Weltmeisterschaften gewann, sowie 2000 im Modernen Fünfkampf.

Dänische Goldmedaillen
bei Olympischen Spielen, Weltmeisterschaften und Europameisterschaften 1900-2000

Dänische Goldmedaillen bei Olympischen Spielen, Weltmeister-schaften und Europameisterschaften 1900-2000

2001 holten sich die dänischen Segler mit Jørgen und Jacob Bojsen-Møller den WM-Titel im Flying Dutchman, mit Steen Mohr in der X99-Klasse und mit Søren Johansen in der Europajolle, diesen Titel verteidigte Søren Johansen 2002; Dorthe O. Jensen gewann mit ihrer Mannschaft die Weltmeisterschaft im Match Race-Segeln. 2002 und 2003 holte sich wieder eine dänische Mannschaft den WM-Titel in der X99-Klasse beide Male mit Flemming Fjord. Neben diesen Sportarten können sich dänische Leistungssportler im Schießen geltend machen. So gewannen dänische Schützen ganze vier Goldmedaillen bei der WM 2002.

Die aufsehenerregendste sportliche Leistung eines Dänen im Jahr 2001 war wohl der Sieg des Golfspielers Thomas Bjørn über Tiger Woods in Dubai.

Der lokale Verein

Nahezu jegliche sportliche Aktivität beginnt in Dänemark auf lokaler Ebene, wenn die Mädchen und Jungen im Alter von 5-6 Jahren beginnen, sich mit Sport zu beschäftigen, sowohl spielerisch als auch im Wettkampf. Einige sogar noch früher, wenn sie mit Vater oder Mutter zum Turnen gehen.

Die Grundlagen für die Entwicklung des sportlichen Interesses werden in den örtlichen Vereinen geschaffen. Üblicher-weise unterscheidet man in den Vereinen zwischen Kleinkindern, Mädchen und Jungen, Junioren, Senioren und älteren Seniorinnen und Senioren.

Die Wurzeln des dänischen Sports sind die örtlichen Vereine in den Städten und auf dem Lande. Abhängig von der Sportart und dem Landesverband, dem sie angehören, unterscheiden sich die Vereine hinsichtlich ihrer Art und Größe sehr voneinander. Allen ist jedoch gemeinsam, dass sie von einem von den Mitgliedern gewählten Vorstand geleitet werden.

Zu den Sportarten mit den größten Vereinen mit bis zu 2.000-3.000 Mitgliedern gehören Turnen, Schwimmen und Golf, während die kleineren Vereine, z.B. Tischtennis, Fechten und Boxen, übli-cherweise 30-50 Mitglieder zählen.

Der finanzielle Grundlage

Das Vereinsleben basiert auf einer ehrenamtlichen, unentgeltlichen Tätigkeit der Vereinsleiter und Trainer, die in manchen Fällen einen finanziellen Ausgleich erhalten, und in einigen Sportarten, z.B. im Fußball, ein volles Gehalt beziehen. Die Zahl der ehrenamtlichen Vereinsleiter, Trainer und Spielleiter in den dänischen Vereinen beträgt etwa 200.000.

Die Klubs finanzieren sich in erster Linie aus Mitgliedsbeiträgen sowie aus Lotterien und Spendensammlungen. Lediglich Sportarten wie Fußball, Handball, Eishockey und Badminton können sich bis zu einem gewissen Maße durch Sponsoring, Werbung und Eintrittseinnahmen finanzieren, allerdings nur dann, wenn die beste Mannschaft des Klubs Publikum anziehen und auch kleinere Einnahmen aus dem Verkauf der Fernsehübertra-gungsrechte erzielen kann.

Im Großen und Ganzen gesehen stammen etwa 50% der von den Vereinen erzielten Einnahmen aus Mitgliedsbeiträ-gen und rund 25% aus kommunalen Zuschüssen. Die restlichen 25% kommen von Sponsoren, Fördervereinen, Eintrittseinnahmen u.a.

Fußball

Gemessen an der Gesamtzahl der Spieler ist Fußball die beliebteste Sportart in Dä-nemark. Es ist ein traditionsreicher Sport: der Dänische Fußballverband (Dansk Boldspil-Union, DBU), wurde bereits 1889 gegründet. Rund 290.000 Dänen aller Altersgruppen spielen in einem der DBU zugehörigen Klub Fußball – überall, vom kleinsten Bolzplatz in einem kleinen Dorf bis hin zum Nationalstadion Parken in Kopenhagen, wo die Nationalmannschaft ihre Heimspiele austrägt.

Der dänische Fußball ist sowohl Spitzen- als auch Breitensport. Der Profi-Fußball wurde 1977 eingeführt. Bis dahin hatte der Dänische Sportbund DIF aufgrund der Amateurregeln keinen professionellen Fußball gestattet. Seitdem aber können die Spieler in der höchsten däni-schen Liga, der Superliga, von einem Spielergehalt leben. Gleichzeitig wurde die Nationalmannschaft international stärker, da die Nationalspieler größtenteils bei ausländischen Klubs unter Vertrag stehen.

Die Nationalmannschaft hat sich mehrere Male für die Endrunden bei Europa- und Weltmeisterschaften qualifizieren können, was vor 1977 nahezu unmöglich gewesen wäre. Aufgrund der Amateurregeln nimmt eine andere dänische Nationalmannschaft an den Olympischen Spielen teil.

Sportliche Betätigung der Dänen
1998 hatten sich innerhalb des vergangenen Jahres insgesamt 70% der erwachsenen danischen Bevölkerung (ab 16 Jahren) sportlich betätigt. Das Diagramm zeigt den Anteil der verbreitetesten Fitnessformen in Prozent.

Sportliche Betätigung der Dänen: 1998 hatten sich innerhalb des vergangenen Jahres insgesamt 70% der erwachsenen danischen Bevölkerung (ab 16 Jahren) sport-lich betätigt. Das Diagramm zeigt den Anteil der verbreitetesten Fitnessformen in Prozent.

Die guten Ergebnisse der Nationalmannschaft auf dem internationalen Parkett haben eine ansteckende Wirkung auf das Fußballinteresse in den vielen Vereinen des Landes – nicht nur innerhalb der DBU im Rahmen des Dänischen Sportbunds DIF, sondern auch in den Vereinen des Dänischen Turner- und Sportbunds DGI, in dem mit 250.00 nahezu genauso viele Spieler registriert sind wie im DIF. Allerdings gibt es viele, die in beiden Verbänden registriert sind und daher doppelt zählen.

Die großen Stars

Große Bedeutung für das Fußballinteresse in Dänemark haben die großen Stars, die für ausländische Klubs spielen; ganz große Namen in den 1990er Jahren waren die Brüder Michael und Brian Laudrup, beide Stürmer, sowie der Torwart Peter Schmeichel, der zweimal zum besten Torhüter der Welt gewählt wurde. Peter Schmeichel wurde 2000 als erstem dänischen Sportler von Königin Elizabeth II. der englische Orden MBA (Honery Member of the British Empire) verliehen, u.a. für seine Leistungen in acht Jahren als Torwart bei Manchester United. Auch in anderen Sportarten spielen dänische Sportler für Profiklubs im Ausland, z.B. im Handball, deren weiblicher Star in den 1990er Jahren Anja Andersen war.

Turnen und Badminton

Nach Fußball besteht das größte Interesse am Turnen, und zwar fast ausschließlich als Breitensport. Im DGI dominiert das Turnen mit rund 300.000 Aktiven in mehreren tausend Vereinen in ganz Dänemark.

Alle vier Jahre veranstaltet der DGI nationale Meisterschaften mit internationaler Beteiligung. An dem Ereignis nehmen zwischen 40.000 und 50.000 Turner und Aktive aus anderen Sportarten teil. Gemessen an der Teilnehmerzahl handelt es sich um eines der weltweit größten Sportereignisse, weitaus größer als die Olympischen Spiele.

Badminton ist ein weiterer sehr verbreiteter Sport, der in mehr als 1.000 Hallen und Turnhallen ausgeübt wird. Für das Badminton ist es von Bedeutung, dass Dänemark sich gerade in dieser Sportart im Kampf mit einigen der weltweit besten Spieler aus China und Indonesien behauptet und oft sogar noch besser ist. Es gibt noch viele andere, etwa 100 verschiedene Sportarten mit mehreren Disziplinen innerhalb jeder Sportart. Hier gibt es Sport für alle, in ungefähr 15.000 Vereinen, das ganze Jahr hindurch.

Schulsport

Sport ist in den Schulen Pflichtfach. Dar-über hinaus gibt es eine Reihe von Gymnasien, die in Zusammenarbeit mit Team Danmark es besonders talentierten Schü-lern ermöglichen, in Verbindung mit dem übrigen Unterricht für ihre Sportdisziplin zu trainieren; aus dem gleichen Grund kann auch der Schulbesuch um ein Jahr verlängert werden.

Weitere Sportmöglichkeiten für Jugendliche bieten mehrere dänische Heimvolkshochschulen an, die dem Konzept der Volksbildung gemäß auf Sport basieren. Sie werden üblicher- weise von Jugendlichen besucht, die nach Schulabschluss eine allgemeine Nachschulung wünschen, bevor sie sich endgültig für einen Beruf entscheiden. An den Sporthochschulen wird naturgemäß Wert auf körperliche Aktivitäten unter Anleitung von Spezialtrainern gelegt.

In ganz Dänemark gibt es außerdem sogenannte Internatschulen für 14-18-Jährige, an denen der Sport im Mittelpunkt steht. Diese Sportinternate ziehen in der Regel jüngere Schüler an, die die Lust an der Schule verloren haben. An den Sportinternaten können sie sich kör-perlich betätigen, werden aber gleichzeitig auch in den traditionellen Schulfächern unterrichtet.

Behindertensport

Ein ganz besonderes Kapitel im dänischen Sport ist einer der Spezialverbände des Dänischen Sportbunds, der Dänische Behinderten-Sportverband (Dansk Handicap Idræts-Forbund, DHIF), gegründet 1971. Der Verband organisiert Sport speziell für Behinderte in 390 Vereinen mit 29 000 Mitgliedern, die 30 verschiedene Sportarten betreiben.

Dänische Behindertensportler haben sich als Vorbild für andere Behinderte in der ganzen Welt erwiesen – teils durch ihre Erfolge bei internationalen Wettkämpfen, besonders aber dadurch, dass sie zeigen konnten, dass Sport auch in dieser Hinsicht für alle da ist.

Insgesamt haben die dänischen Behindertensportler bei zehn Olympischen Spielen, den sogenannten Paralympischen Spielen, 273 Medaillen, davon 95 goldene gewonnen.

Dies macht deutlich, dass es möglich ist, sich sowohl auf nationaler wie auch internationaler Ebene in sozialer Gemeinschaft mit anderen körperlich zu betätigen – auch wenn man behindert ist. Oder wie es ein Leiter aus dem Behindertensport ausgedrückt hat: „Behindertensport ist nicht Ausdruck für etwas, das anders ist, sondern ein anderer Ausdruck für etwas, das etwas ganz allgemeines ist." Auch dies entspricht dem Ideal Sport für alle.

Claus Jacobsen
Schriftsteller, Journalist

Weitere Informationen

Dänemarks offizielle Website
http://www.denmark.dk

Danmarks Idræts-Forbund (DIF)
(Dänischer Sportbund)
Idrættens Hus
Brøndby Stadion 20
DK-2605 Brøndby
(+45) 4326 2626
http://www.dif.dk

TEAM DANMARK
Idrættens Hus
Brøndby Stadion 20
DK-2605
Brøndby
(+45) 4326 2626
http://www.teamdanmark.dk (nur in dänischer Sprache)
post@teamdanmark.dk

Danske Gymnastik- og Idrætsforeninger (DGI)
(Dänischer Turner- und Sportbund)
Vingsted Skovvej 1
DK-7100 Vejle
(+45) 7940 4040
http://www.dgi.dk
info@dgi.dk

Kulturministeriet
(Ministerium für Kultur)
Nybrogade 2
DK-1015 Kopenhagen K
(+45) 3392 3370
http://www.kum.dk
kum@kum.dk




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Publikationsfassung 1.0, mit Fassungsdatum 02-06-2008,
Die Publikation steht unter der Adresse http://www.netpublikationer.dk/um/8915/index.htm zur Verfügung

 

 
 
 
 
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